Kommunikation I

Foto: Raimund Kniffki/Horse-Human-Harmonie 03/18 - Cenzie wendet sich ab. Sie zeigt deutlich das es ihr zuviel ist.
Foto: Raimund Kniffki/Horse-Human-Harmonie 03/18 - Cenzie wendet sich ab. Sie zeigt deutlich das es ihr zuviel ist.

In einem Gespräch unterhielt ich mich mit anderen Menschen darüber, wie unterschiedlich das Empfinden von Menschen über die Form einer Kommunikation ist.

Ein Beipiel:

 

Mensch A erzählt darüber, dass er mit Mensch B über eine Konfliktsituation ein Gespräch geführt hat und die Situation somit geklärt sei. Mensch B würde sich aber nun darüber aufregen, dass ja gar kein Gespräch geführt worden sei.

 

 

Was war tatsächlich passiert?

 

 

Mensch A hat Mensch B erklärt, dass er Mensch B schlicht nicht mag und jegliche zukünftige Kommunikation ablehnt. Daraufhin hat er sich abgewendet und hat Mensch B mit dieser Aussage stehen gelassen.

 

Die Frage war, ob das ein konstruktives Gespräch war!? Nein sicher nicht.

 

Mensch A hatte die Gelegenheit sein Bedürfnis zu erklären, vielleicht auch einfach seinen Frust abzuladen, und hat Mensch B vor vollendete Tatsachen gestellt. Mensch B wurde weitergehend ignoriert und durfte sich dazu nicht äußern.

 

 

 

Wie fühlt sich Mensch B?

 

 

 

Ist es nicht oft auch das, was ich in den vielen Gesprächen mit Pferden sehe? Das Pferd wird mit mit einer ständigen Aneinanderreihung von Befehlen, was es zu tun hat, beschäftigt und, wenn sich dann das Pferd aus der Situation „flüchtet“, in dem es weg geht, stehenbleibt oder sogar aggressive Reaktionen zeigt, wundert sich der Mensch, warum das Pferd so reagiert.

 

Kommunikationsdefinition gemäß Wikipedia:

Kommunikation (lat. communicatio, ‚Mitteilung‘) ist der Austausch oder die Übertragung von Informationen.

 

Um Informationen austauschen zu können, ist es notwendig den Gesprächspartner auch zu Wort kommen zu lassen, den sonst fließt der Informationsfluss nur in eine Richtung. Ein Austausch bedingt also auch dem Pferd ein Mitspracherecht einzuräumen und zu gucken, was das Pferd in den jeweiligen Situationen dazu sagt, wie es reagiert und ihm auch die Gelegenheit und das Recht zu geben, sich aus der Situation zurück zuziehen.

 

 

Wie mache ich das?

 

Genaues Beobachten der Reaktionen des Pferdes ist wichtig. Stelle ich dem Pferd eine Frage, ob es einen Schritt zur Seite machen könnte, dann reagiert das Pferd auf seine individuelle Art und Weise. Es sucht aus seinem Erfahrungsschatz nach einer geeigneten Lösung. Es geht vielleicht einen Schritt rückwärts, einen Schritt vorwärts, bleibt stehen und kommt irgendwann auf die Idee sein Gewicht zur gewünschten Seite zu verlagern und da sollte schon die Frage (Beispielsweise eine ans Bein tippende Gerte) aufhören.

 

Wenn einem Pferd etwas zu viel wird, können auch schon mal die Ohren angelegt werden oder die Kruppe in Richtung Mensch gedreht werden. Es gilt diese Reaktion zu sehen und in das Training mit einzubeziehen. Weniger Druck machen oder auch einfach mal eine Pause machen ist oft eine gute Idee.

 

 

 

Zu einem guten Gespräch gehört es dazu Pausen zu machen - einfach mal Luft zu holen - und dem Gesprächspartner die Möglichkeit zu geben seine Meinung zu äußern!

 

 

Foto: Raimund Kniffki / Horse-Human-Harmonie / 03.18 - Cenzie wird hier sehr deutlich.
Foto: Raimund Kniffki / Horse-Human-Harmonie / 03.18 - Cenzie wird hier sehr deutlich.

So sollte die Kommunikation grundsätzlich nicht geschehen. Die Ablehnung des Pferdes ist in auf beiden Fotos gut zu erkennen.

Natürlich gibt es immer wieder einmal solche Momente - insbesondere dann, wenn sich Mensch und Pferd noch nicht gut kennen. Aber auch die Tagesform beider Wesen ist entscheident. Es ist nicht schlimm nicht zusehen, wenn das eigene Pferd reagiert, bis es dann deutlicher werden muss. Es gilt zu erkennen, zu handeln und nächstes mal etwas früher zu reagieren.

So werden wir zu besseren Menschen für unsere Pferde.

Foto: Raimund Kniffki /03/18 - Oldenburger Stute Cenzie entspannt im Roundpen
Foto: Raimund Kniffki /03/18 - Oldenburger Stute Cenzie entspannt im Roundpen

Vielen Dank an Alisa und ihre Mutter für die Genehmigung die Fotos verwenden zu dürfen.