Meine Philosophie

Problempferde durch Problem Menschen

Als ich begonnen habe mit Pferden zu arbeiten, war es mir schon von Anfang an ein Bedürfnis nicht nur zu reiten, sondern das Wesen des Pferdes auch am Boden zu ergründen. Mit Lena hatte ich mir ein Pferd angeschafft, was so verritten war, dass sie ständig mit dem Kopf geschlagen hat und. wie ich später herausfand, so trainiert wurde, dass das Gebiss im Maul zum "rotieren" gebracht worden ist. Das Zwang mich dazu alternativen in der Bodenarbeit und dem gebisslosen Reiten zu finden.

Hinzu kam, dass mich die Art und Weise der Ausbildung und des Umgangs des Pferdes am Boden mich fasziniert hat. Zwei Menschen die mich schwer beeindruckt haben, waren damals die  Videos und Bücher (Mit Pferden tanzen) von Klaus Ferdinand Hempfling und die leider bereits verstorbene Silke Reger (Urlaubspension Wolfgang Marli, Scharbeutz).

 

Die Art und Weise, wie K.F. Hempfling mit seinen Pferden getanzt hat, wie er mit ihnen kommuniziert hat, obwohl sie als gefährlich eingestuft waren, fand ich spannend und wollte mehr wissen. Silke Reger hat mich damals mit ihrem Pferd Paul am Boden arbeiten lassen und zeigt mir, dass es möglich ist ein Pferd aus 40 m Entfernung zu bewegen, sofern es für diese Art der Kommunikation "gewonnen" wurde!

Auf der Finca Verde (Teneriffa) habe ich dann mit der Westernform der RoundPen Arbeit nach GaWaNi-Ponyboy Kontakt gehabt. Es war hoch interessant mit mehreren Pferden auszuprobieren, wie es mit meiner Form der Kommunikation mit Pferden bestellt ist. Ich habe festgestellt, dass es nicht in erster Linie darum geht das Seil zu werfen, sondern welche Energie dahinter steckt! Es geht - für mich - nicht darum, dass das Pferd bedingungslos das tun MUSS, was ich von ihm möchte, sondern um Frage und Antwort! UND - und das war für mich der wichtigste Aspekt - es geht nicht darum sich konsequent durchzusetzen und immer "Recht" zu behalten! Kommunikation geht ja immer in beide Richtungen.

 

Es stellten sich mir, durch meine Stute provoziert,  damals Fragen der Pferdewelt die sich genau mit diesen Aspekten im Pferdetraining beschäftigten! Fragen die bezeichnend sind für den "üblichen" Umgang mit Pferden:

Warum MUSS das Pferd machen, was ich sage?
Warum MUSS ein Pferd "da durch", obwohl es die Aufgabe gerade nicht erfüllen kann?
Warum MUSS ein Pferd dem Menschen "Folgen", obwohl es gerade lieber woanders hin möchte?
Warum MUSS ein Pferd hinter mir laufen, wenn es doch lieber neben mir geht?

Abgesehen von gewissen Sicherheitsaspekten die für den Menschen an der Seite des Pferdes dringend erforderlich sind, Gibt es für jedes Pferd-Mensch Paar eine eigene Ebene, auf der sich beide treffen!
Was sich immer gezeigt hat, ist das der Weg der Gewalt nur eine Folge hat. Das Pferd macht was der Mensch sagt! Sklavisch ausgeführte Übungen ohne Glanz!

Bin ich nett - erlaube meinem Pferd Fehler zu machen - bleibe fair und geduldig, aber auch klar und konsequent - fangen Pferde an Selbstbewusster zu werden. Sie fragen mehr, sie sind aufmerksamer, achtsamer und passen auf IHREN Menschen auf! Aber sie werden in der Kommunikation auch feiner und reagieren auch auf minimale körpersprachliche Signale.
Sie fangen an die Dinge zu tun, die sich der Mensch wünscht - nur, wenn der Gedanke aufkommt. Sie tun das was sie vorher noch tun mussten, nunmehr freiwillig.

Sanftheit im Umgang, nett sein, klare Grenzen setzen - aber auch die Grenzen des Pferdes achtend, bitte und Danke sagen sind die kleinsten Formen der Höflichkeit und geben dem Partner Pferd das was wir Menschen vom Pferd haben möchten:

 

Respekt!

 

Meine Erfahrung ist, dass zickige, dominante, widerspenstige Pferde auch dem Menschen gegenüber respektvoll sind, wenn ich anfange ihnen respektvoll und mit viel Empathie zu begegnen!

Wenn ich beginne mich in mein Pferd einzufühlen, versuche seine Bedürfnisse zu erfüllen, bereit bin Kompromisse zu machen, fair zu sein und auf meinen pferdischen Partner einzugehen, statt ihm meinen Willen über zu stülpen, dann fängt echte und freiwillige Kommunikation an!

 

Fazit aus meinen bisherigen Erfahrungen:

 

Es gibt kein Pferd, was nicht zur Zusammenarbeit bereit ist!

 

Eine weitere Frage die sich mir am Anfang gestellt hat ist:

Wie machen es die "großen" Pferdeflüsterer, dass Pferde gerne bei ihnen sind, sie galoppierend auf sie zulaufen und augenscheinlich auch bei ihnen bleiben möchten?

Ich fand es immer magisch, dass diese Menschen ein Pferd "an sich binden" können, obwohl oder gerade weil es frei neben ihnen her läuft. Heute weiß ich, dass die Magie in den Worten

 

Präsenz und Authentizität

 

liegt.

Lady und ich beim Training
Lady und ich beim Training

Gibt es die eine Philosophie, den einen Ansatz die Dinge zu sehen überhaupt? Wenn es ihn für mich gibt, soll das ein Versuch sein meine Philosophie im Umgang mit Pferden und im Coaching von Mensch und Pferd dazustellen:

 

Mensch und Pferd im Einklang.

 

Wenn zwei Wesen sich begegnen und eine Verbindung spüren, geschieht im Laufe der Zeit etwas sehr faszinierendes. Sie werden sich in gewissen Verhaltensweisen ähnlich.

 

Optimalerweise sollte es so sein, dass sich Mensch und Pferd in ihrer jeweiligen Mitte und zusammen in der gemeinsamen Mitte befinden.

In respektvoller Freude und Gelassenheit sollten beide miteinander umgehen. Das ist leider nicht immer so.

 

Natürlich bringen beide Parteien ihre eigene Geschichte und eigene Erfahrungen in die Beziehung mit ein.  Jeder für sich hat Erfahrungen gemacht und daraus resultierend bestimmte Verhaltensmuster erlernt. Menschen haben gewisse Sorgen, Zweifel oder sogar Ängste gebildet, die sich in Form von Handlungs- und Gedankenmustern abspulen, sofern bestimmte Auslöse- Situationen entstehen.

Pferde sind aber unter Umständen genauso traumatisiert, zurückgezogen, introvertiert, dissoziiert oder eine Kombination aus mehreren Komponenten.

 

Wie passt das zusammen?

 

Ich glaube das bestimmte Pferde bestimmte Menschen anziehen. Hierzu werde ich an anderer Stelle noch etwas über Resonanzen und Quantenphysik schreiben. Stell dir eine Saite eines Klaviers vor, die du anschlägst. Die Schwingungen die von der Saite ausgehen, regen die benachbarten Saiten ebenfalls zum Schwingen an. Diese Saiten gehen in Resonanz mit der ersten Saite.

Wenn also Mensch und Pferd ein solches System bilden, was geht dann in Resonanz?

Die Emotionen! Der Herzraum eines Menschen beträgt ca. 7 m in dem er die Herzfrequenzen ausstrahlt und andere Wesen zum Mitschwingen anregt. Der Herzraum eines Pferdes soll ca. das 10 fache betragen, also ca. 70 m. Das macht als Fluchttier auch Sinn, denn nur so kann das Pferd erfühlen, ob der Löwe auf der Jagd ist oder nicht.

Zwei Herzräume begegnen sich und fangen an sich aufeinander einzuschwingen. Einzelne Aspekte des Ganzen passen vielleicht besser als andere Teilaspekte. Bestimmte Verhaltensweisen des Menschen lösen beim Pferd bestimmte Verhaltensmuster aus und umgekehrt. Pferde reagieren auf unsere Emotionen, die tief in unseren Herzen gespeichert sind und die wir ausstrahlen.

 

Es gilt den Unterschied zu erkennen, zwischen dem was der Mensch ausstrahlt und was er wirklich mit seinem Körper kommuniziert.

 

Wir Menschen sind Verdrängungsweltmeister. Wir leugnen und belügen uns selbst, wenn es darum geht ehrlich festzustellen, wie es dir jetzt gerade geht. Phrasen der menschlichen Kommunikation haben uns ehrliche Antworten abtrainiert und mal ganz ehrlich: Wen interessiert wirklich die Antwort, wenn er fragt ob es "gut geht"? Die meisten Menschen gucken nicht einmal den Menschen an, dem sie gerade die Hand geben! Also warum ehrlich antworten, wenn das Interesse sowieso geheuchelt ist? Ein einfaches "Gut" reicht aus und wir müssen auch nix erklären oder gar rechtfertigen. Aus lauter Gewohnheit kommunizieren wir genau so auch mit dem Pferd. Nur leider sieht das Pferd die Antwort in unseren Spannungsfeldern im Körper, der Körperhaltung und den Emotionen die im Herzraum schwingen. Die aufgesetzte Antwort "Gut" sieht das Pferd, aber es kann es nicht einordnen. Der Mensch ist nicht authentisch und damit für das Fluchttier Pferd nicht berechenbar.

 

Das Geheimnis der Pferdeflüsterer ist, dass sie ihre Vergangenheit für sich geklärt, los gelassen haben und im Hier und Jetzt leben. Präsenz in der Gegenwart, ohne Angst vor der Zukunft mit dem Pferd authentisch im Moment leben. Keine Gedanken an die Arbeit die heute stressig war oder an die Besprechung die morgen stattfindet und vor der sie Angst haben.

 

Hier und Jetzt .... ! Ein Begriff der derzeit in aller Munde ist ... aber, was ist das und wie erreiche ich das?

 

Gar nicht schwer .... erkenne, dass du nicht deine Gedanken bist! Erkenne, dass du nicht dein Gefühl bist! Wenn du deine Gedanken bist kannst du sie auch anhalten, oder? Dann mach das mal JETZT! STOPP! Na ganz so einfach geht's doch nicht .... oder?! Oder andersrum: Denk mal NICHT an rosa Elephanten! Na geht doch, oder? Nicht? Du hattest doch einen rosa Elephanten im Kopf? Ja, so funktionieren wir Menschen! Ich werde darauf noch an anderer Stelle eingehen.

 

Wichtig ist das du die Möglichkeit einräumst das es möglich ist, dass das Gedankenkarussell im Kopf aufhört! Wenn das so ist, hast du die Möglichkeit endlich die eigenen Emotionen zu erkennen und du kannst in dieser Stille viele Emotionen wahrnehmen ... unter anderem auch die deines Pferdes!

 

Bist du also im HIER und JETZT, bist du im Moment, dann bist du ohne Gedanken.

 

Dann geschieht etwas was sich wirklich gut anfühlt. Es entsteht eine Synchronisation, ein EINKLANG zwischen zwei Wesen! Harmonie entsteht, wenn zwei Wesen in derselben Schwingung sind. Wir spüren das mit unseren Herzen. Weniger mit dem Kopf.

 

Mein Coaching- Ansatz ist beide Wesen in ihre jeweilige Mitte zu bringen, sowie dann die Mitte für das gemeinsame System zu finden. Dazu gilt es die jeweiligen Spiegelthemen, Triggerpunkte und menschliche Störgedanken zu erkennen, bewusst zu machen und zu verändern. Es gilt eine gemeinsame Basis zu finden.

 

Ist der Mensch bereit für die Veränderung, wird sie geschehen.

 

Das Pferd zu verändern funktioniert nur begrenzt, wenn sich der Mensch nicht mit ändert.

 

Technische Veränderungen schaffen keine dauerhafte Lösung. Sie überspielen meist nur das Problem. Selbst der Verkauf eines Pferdes sorgt nur dafür, dass das Problem beim nächsten Pferd wieder auftaucht, denn deine Schwingungen haben sich nicht verändert und in einem 2er System MUSS das Pferd auf deine Schwingungen reagieren. Es dauert ein wenig, aber ... PLOPP ... das Problem ist wieder da!

 

Es MUSS eine emotionale Veränderung herbeigeführt werden und die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit beim Menschen.

 

Also:

 

Bist du bereit für die Veränderung?