Warum ...

Foto: Kunterbunt Fotografie
Foto: Kunterbunt Fotografie

Warum …
Diese Frage stelle ich mir hin und wieder, wenn ich auf einem unserer Plätze einen Menschen mit seinem Pferd sehe, ihm zugucke und schon beim Zusehen spüren kann, wie sich das Pferd fühlt.

Warum …
Fängt es in mir an sich zu einem Knoten zusammen zu ziehen, wenn ich Menschen beobachte, die mit dem Pferd – in meiner Bewertung – schlechter umgehen, als ich es vielleicht tun würde?

Warum …
Ärgern mich Menschen, denen ich in meinen Gedanken unterstelle, dass sie ihrem Pferd nicht zuhören, obwohl ich es doch schreien höre?

 

Warum …
Stelle ich manchmal fest, dass Menschen auch für diesbezügliche Hinweise nicht offen sind und sich jeder der sich „einmischt“ eine Abfuhr bekommt?

Wir Menschen neigen dazu zu bewerten. Jeder der etwas anderes macht als ich, wird mir Argusaugen betrachtet und in eine Schublade gesteckt. Wer mit einem Pferd anders umgeht, wird umgehend bewertet und mit dem Prädikat „Gut“ oder „Schlecht“ (und diverse Untergruppierungen) versehen. Es wird dem Menschen wirklich schwer fallen aus diesen Schubladen wieder rauszuklettern, denn dafür braucht es schon gute Argumente!

Warum …
Be- oder verurteilen Menschen andere Menschen ohne ihn und seinen Weg zu kennen?

Wir neigen dazu eigene Maßstäbe anzusetzen, eigene Erfahrungen zu Grunde zu legen und das mit dem Auge gesehene Verhalten zu interpretieren, oft ohne die Menschen näher oder persönlich zu kennen.
Mich ärgert es insbesondere, wenn das Pferd schreit und der Mensch es nicht einmal flüstern hört. Mein Thema ist, dass ich gerne den hilflosen Pferden helfen möchte!

Warum …
Möchte ich mich einmischen, obwohl ich nicht weiß, ob es gerade diese Situation ist, die dem Mensch-Pferd-Paar zur weiteren Entwicklung dienlich ist?

Warum …
Biete ich nicht einfach – bei passender Gelegenheit meine Hilfe an und warte ab, ob der Mensch diese Hilfe annimmt. Dies muss natürlich nicht sofort geschehen. Aber bis dahin gilt es diese Spiel-Partner in ihrem System zu belassen, denn ich kann ihnen die Erfahrungen die beide machen müssen, um den Entschluss zu fassen nach Hilfe zu Fragen und einen anderen Weg zu gehen als bisher, nicht geben.

 

Jeder Mensch muss seine eigenen Erfahrungen machen – seine eigenen Weg gehen – seine eigenen Fehler machen. Ja, auch dann, wenn ich meine es vielleicht besser zu wissen, ist unerwünschte Hilfe eben einfach nicht erwünscht und wird sehr oft abgelehnt.
Wenn mich die Ablehnung triggert, bleibt mir nur hinzusehen, was es mit mir macht. Wenn nicht gilt es abzuwarten und diese Situation los zu lassen …

 

Reines Wissen und Anwendung von Techniken hilft manchmal nicht weiter … manches muss wirklich selbst erfahren werden!