Pferde und Spiritualität

Foto: Raimund Kniffki mit Pedro
Foto: Raimund Kniffki mit Pedro

Vertrauen, Herzenssache, den eigenen Weg gehen - oder die Träume träumen?

 

Ich hab gerade den Satz gelesen "Warum Vertrauen schenken, wenn so viele Menschen das Vertrauen mißbrauchen?"

Ja warum eigentlich? Weil Vertrauen eine Grundeinstellung ist. Vertrauen in das Leben, das ich getragen werde.
Vertrauen in mein Pferd, dass es mir nicht auf den Fuß tritt.
Vertrauen in einen Menschen, dass er mich nicht verletzt.

Was ich nicht kann ist das Leben, mein Pferd oder andere Menschen kontrollieren und so manipulieren, dass mein Verrauen immer bestätigt wird. Es wird immer kleinere oder größere Enttäuschungen geben. Insbesondere dann, wenn mit meinem Vertrauen Erwartungen verbunden sind! Ich vertraue dir und damit darfst du mir nicht mehr auf den Fuß treten oder mich verletzen.
Das ist ein netter Versuch den anderen auf emotionaler Ebene in die Verpflichtung zu nehmen. Wenn dann das Pferd auf den Fuß tritt und die Enttäuschung groß ist, ist das Pferd schuld daran, dass die Verletzung des Vertrauens groß ist.


Ist sie das wirklich? Nein, denn das Einzige was passiert ist, ist das die dahinter liegenden Erwartungen und Verpflichtungen verletzt wurden, während der eigene Fokus auf der Angst vor Verletzungen lag und dieser Wunsch ja dann auch eingetreten ist.


Selfullfilling- Prophecy!

 

Sich selbst zu Vertrauen ist für die meisten Menschen die größte Aufgabe. Viele haben den Kontakt zu den eigenen Gefühlen durch Dissoziation (Abspaltung) in der Kindheit, verloren. Durch gewisse Lebensumstände, geeignete Therapien oder bewusstes Handeln, kann das wieder geheilt werden. Dann fängt der Mensch plötzlich an sein eigenes Herz in der Brust zu spüren, der Körper kribbelt und Energie fließt wieder, weil die energetischen Blockaden geheilt werden.
Plötzlich kannst du dein Bauchgefühl, deine Intuition, wieder wahrnehmen! Aber sei vorsichtig, was wirklich Bauchgefühl ist und was der eigene Verstand an Gefühlen erzeugt. Gedanken erzeugen Gefühle, Gefühle erzeugen Gedanken! Das Ego ist schlau! Foto: Raimund Kniffki mit Pedro;-)

Auf dieses Bauchgefühl zu hören und den eigenen Weg zu gehen ist grundsätzlich eine sehr gute Idee. Da es am Anfang Irrungen zwischen dem eigenen Denken und der tatsächlichen Intuition geben wird - einfach weil die Übung in der Unterscheidung fehlt - geht der Weg hin und wieder in eine Sackgasse! Das gehört nach meiner Erfahrung dazu!

 

Was aber manchmal auch passiert ist das "Erträumen" von Verbindungen, das vermeintliche Erspüren von Energien, die falsche Interpretation von Situationen mit dem Pferd!

Sicherlich ist es total gut den eigenen Weg mit dem eigenen Pferd zu gehen. Aber beachte den Spruch aus Arabien:
Vertraue auf Allah, aber binde dein Pferd an!

 

Dein Pferd folgt dir, kommt dir auf der Koppel entgegen, begrüßt dich mit einem Grummeln! Total toll!!
Aber: Wenn du das Halfter über die Ohren ziehst und es dann von der Koppel holst, entscheidet dein Pferd über euer Tempo, manchmal auch über die Richtung, geht gern mal grasen, rempelt dich manchmal mit der Schulter an oder geht einfach Voraus?!

Dann ist die Führung und die Verbindung mit deinem Pferd nicht geklärt! Es trifft eigene Entscheidungen, die in diesem Fall durchaus deine Sicherheit und körperliche Unversehrtheit betreffen!
Du gehst dann einen Weg und dein Pferd geht neben dir - aber gemeinsam geht ihr nicht! Da helfen auch keine Bauchgefühle oder andere Interpretationen - es kann einfach gefährlich werden, wenn das längere Zeit ignoriert und schön geredet wird!

 

Hör auf dein Herz - geh deinen Weg - aber sieh die Realität und achte auf deine Sicherheit!

 

Alles andere hat mit Spiritualität nichts zu tun, sondern mit Dummheit!